Unbekannter Weg – Eine besondere Kurzgeschichte

Unbekannter Weg – Eine besondere Kurzgeschichte

In der heutigen Kurzgeschichte „Unbekannter Weg“ von Joanna Bünsche taucht ihr in eine ganz besondere und andere Welt.
Welche Welt das ist, erfahrt ihr in ihrer Kurzgeschichte.
Viel Spaß!

Unbekannter Weg

Hinter mir hörte ich noch deutlich die lauten Sirenen, doch ich wusste, dass ich, wenn ich da vorne nach rechts abbiegen würde, ihnen entkommen könnte. Ich werde nie verstehen, weshalb sie Jagd auf eine Umweltaktivistin machten.
Sie waren weg.
Dankbar für die Dunkelheit der Nacht lief ich den mir unbekannten Weg weiter. Meine Gedanken spielten verrückt, ein bisschen Angst war auch dabei, vor mir sah ich ein Schloss. Ein richtiges Schloss!
Viel konnte ich nicht erkennen, es war zu dunkel und in dem Gebäude brannte auch kein Licht. Wem es wohl gehörte? Ich nahm all mein Mut zusammen und hämmerte gegen die große Eingangstür.

Nachdem sich eine Weile lang nichts rührte, hörte ich leise schlurfende Schritte, welche sich langsam näherten. Mit einem lauten Quietschen öffnete sich die Tür und vor mir stand eine ziemlich alte Frau, die mich mit einem Nicken hinein bat.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als sich die Tür hinter mir verschloss und ich der alten Dame durch einen langen Gang folgte, der in einer großen Küche endete. Die Alte zeigte auf einen Stuhl und ich setzte mich. Was waren das für komische Möbel und was war das für ein merkwürdiger Geruch in der Luft? Etwas beleidigt antwortete sie mir: “ Ich habe eine Brennnesselsuppe auf dem Herd. Als Küchenmagd kann ich dir momentan nichts Feineres anbieten, da der Schlossherr schon seit langem verreist ist.” Was redete sie denn da für ein wirres Zeug? Küchenmarkt? Schlossherr? Sie redete als wäre sie aus einer anderen Zeit.

Während ich meine Suppe löffelte, sprach sie von Dingen, die ich noch nie zuvor gehört hatte, geschweige denn verstehen würde. Meine innere Unruhe wuchs und ängstlich stellte ich ihr die Frage nach dem heutigen Datum.

Erstaunt schaute die Alte mich an. “Kind, bist du verwirrt? Wir haben den Tag vor Ostern, Ostern im Jahre 1754.”
Oh mein Gott, wie konnte das sein?

Meine Gedanken überschlugen sich und in meinem Kopf dröhnte und klingelte es.
Vor allem das Klingeln wurde immer lauter und erschrocken richtete ich mich auf.

Mein Wecker! Es war sieben Uhr morgens und es dauerte einen Moment, bis ich diesen merkwürdigen Traum vergessen konnte und in meinen Tag startete.

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