Die Coronazeit aus der Sicht eines Lehrers

Der Corona-Lockdown hat nicht nur uns Schüler vor Herausforderungen gestellt, sondern auch die Lehrer. Wie die Zeit für sie war und was die Lehrer dachten, erfahrt ihr in diesem Interview mit Herrn Schmidt.

1.Würden Sie sich bitte kurz vorstellen?  

Hi zusammen, mein Name ist Marvin Schmidt und ich habe im Mai 2019 mein Referendariat am FMG begonnen. Ich bin in Dortmund zur Schule gegangen und habe danach in Marburg mein Lehramtsstudium abgeschlossen. Für das Referendariat bin ich dann nach Mönchengladbach gezogen. Hier unterrichte ich jetzt die Fächer Deutsch und Sport. 

2.Hatten Sie mit der frühen Schulschließung durch Corona gerechnet, oder waren Sie eher überrascht?  

Weil die Corona-Pandemie sehr schnell kam, war ich nicht sonderlich überrascht, dass die Schulschließung bekannt gegeben wurde. Da in der Woche der Schulschließung bereits einige andere Bundesländer bekannt gegeben haben die Schulen zu schließen, war mir klar, dass auch in NRW der geregelte Schulbetrieb nicht weiter möglich sein wird. 

3.Wie haben Sie die Situation empfunden?  

Zunächst war es sehr komisch. Da niemand auf eine solche Situation vorbereitet war, war es besonders für uns Referendare eine Zeit mit vielen Fragen. Wie geht unsere Ausbildung weiter? Was ist mit Unterrichtsbesuchen? Was ist mit Sport? 
Abgesehen von den persönlichen Fragen über die eigene Ausbildung habe ich gemerkt, dass auch einigen Schülern der Kontakt zu den Lehrern fehlt. Deshalb war es in meinen Klassen nicht unüblich nach einer Videostunde noch mit einigen Schülerinnen und Schülern auch über Dinge zu sprechen, die nichts mit dem Unterricht zu tun hatten. Solche Videokonferenzen haben denke ich auch dazu beigetragen, dass die für alle ungewohnte Situation etwas erträglicher wurde.  

4.Wie fanden Sie den Onlineunterricht? Gab es auch Probleme? Was hat Ihnen die Zeit erleichtert? 

Zu Beginn des Onlineunterrichts war natürlich alles noch etwas durcheinander, da ich nicht genau wusste, wie und wann ich meine Klassen unterrichten soll. Ich würde schon von mir behaupten, dass ich recht fit im Umgang mit digitalen Medien bin, aber den Unterricht komplett von zuhause durchzuführen war auch für mich eine neue Erfahrung.  Die ersten Wochen waren daher vor allem mit vielen Telefonaten und Mails bezüglich der Organisation des Unterrichts und den Zugängen für das Cloudsystem verbunden. Zum Glück wurde seitens der Schule schnell reagiert und ein Stundenplan erstellt, der zumindest einen halbwegs geregelten Unterrichtsbetrieb möglich gemacht hat. Das hat es für mich deutlich einfacher gemacht, da ich nun wusste, wann ich für welche Klassen erreichbar sein muss und wann der Unterricht stattfindet. 

5.Was hat Ihnen in der Zeit gefehlt? 

Ich würde sagen, dass die persönlichen Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen aber auch mit den Schülerinnen und Schülern in den Pausen gefehlt haben. Durch den Videounterricht ist meiner Meinung nach, die persönliche Bindung ein wenig auf der Strecke geblieben. Deshalb fand ich es umso besser, als sich meine Deutschklasse die ersten Minuten einer Videokonferenz angeregt über die neusten Serien oder ihre Freizeitbeschäftigungen mit mir ausgetauscht hat. Diese manchmal auch privaten Gespräche haben meiner Meinung nach auch dazu beigetragen, dass die Zeit zuhause und der Onlineunterricht etwas erträglicher wurden.  

6. Wie war es nach der langen Zeit wieder in den normalen Unterricht zu kommen? 

Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut alle mal wieder zu sehen und nicht nur mit dem Bildschirm zu sprechen. Als normal würde ich den Unterricht auf Grund der Hygienemaßnahmen, Sitzordnungen und Maskenpflicht noch nicht bezeichnen, aber ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, langsam zur Normalität zurück zu kehren.   

7. Wie geht es jetzt weiter für Sie? 

Da mein Referendariat am 31.10.2020 offiziell beendet ist, müsste ich dann die Schule verlassen und mich für einen Job bewerben. Rückblickend betrachtet gingen die letzten 1,5 Jahre sehr schnell vorbei und haben mir trotz einiger stressigen Phasen rund um Unterrichtsbesuche und den Onlineunterricht sehr viel Spaß gemacht. Das liegt vor allem an sehr guten Kollegen, die einen immer unterstützt haben, aber auch an euch Schülern, mit denen es immer Spaß gemacht hat, zu arbeiten. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich eine Vertretungsstelle am FMG bekommen habe, sodass ich mindestens bis zum Halbjahr des Schuljahres 2020 hierbleiben kann. Und wer weiß, vielleicht auch darüber hinaus … 

Anna Marohn 9a

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Mia

    Ich finde den Artikel mega cool nur wären ein paar fragen die NICHT über CORONA gehen ganz schön gewesen aber sonst große klasse Anna

  2. Komentar

    Sehr spannend auch mal die Sicht eines Lehrers zu hören. Alles in allem ein tolles Inerview…

    1. Schülerzeitung

      Vielen Dank für deine Rückmeldung. Wir arbeiten weiterhin an neuen Artikeln.

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